Australien 2004 - Ein Reisebericht (Seite 1 von 8)

Sydney

22:20 Nach schier endlos erscheinender Schlange am Emirates-Schalter mit Angebot zur Flugumbuchung und extrem verschärften Sicherheitsmaßnahmen (der benachbarte Flugsteig hat die Destination Israel) mit 3maliger Kontrolle inklusive Gürtel- und Schuh-Check pünktlicher Abflug nach Sydney via Dubai. Meine Flugangst habe ich auch dieses Mal zumindest einigermaßen im Griff. Dank Vorreservierung haben wir Plätze am Notausgang über den Tragflächen, wo es schön ruhig und auf Grund der Beinfreiheit auch recht bequem ist. Allerdings ist die Sicht ewas eingeschränkt, wir können trotzdem einen wundervollen Sonnenuntergang und einige Stunden später einen ebenso traumhaft schönen -aufgang beobachten. Der Bordservice inklusive Film-und Spieleauswahl ist hervorragend, so sieht jeder von uns 4 Filme (u.a. Terminal, Die Frauen von Stepford, Kalendergirls, Harry Potter III). So haben wir immerhin ca. 55 € Kinogebühren gespart. Und zum Glück gab es wieder Tetris auf der Spielekonsole.
Nach ca. 6 Stunden folgt der Zwischenstop in Dubai mit kurzem Nickerchen im palastartigen Flughafengebäude, nach weiteren 13 Stunden erreichen wir Sydney. Zumindest ich habe ganz schön ödematöse Unterschenkel.
Johanns PDA ist der Zeitverschiebung auf Grund des Endes der Sommerzeit in Deutschland und der beginnenden Sommerzeit in Australien nicht gewachsen und so verwirrt, dass er erst mal abstürzt und mit ihm auch Johanns "Adressengedächtnis". Das sollte in den nächsten Tagen und Wochen noch einige Male passieren, denn wir wechselten noch mehrfach die Zeitzonen - genaugenommen sollten wir in den kommenden Wochen sieben mal (!) die Uhr umstellen. Denn erschwerend kommt noch hinzu, dass sich nicht alle Territorien an der Sommerzeit beteiligen.
Da wir der Sonne entgegengeflogen sind, ist hier bereits der

 

29.10.

Unser erstes Ziel ist eine Backpacker-Lodge, die einzige Unterkunft, die wir von zu Hause vorgebucht haben. Hinsichtlich Ausstattung und Preisen sind wir vom Vorjahr (Vietnam) natürlich restlos verwöhnt, hier gibt es diesbezüglich keine wesentlichen Unterschiede zu Europa. So mussten wir in puncto Komfort auch wieder zurückrudern und mit Gemeinschaftstoilette und -bad vorliebnehmen. Aber glücklicherweise sind wir beide da sehr flexibel und relativ anspruchslos.
In dem der Lodge direkt gegenüberliegenden Cafe´"Victoria Terrace", das in den nächsten Tagen unsere homebase fürs Frühstück werden sollte, nehmen wir unser erstes Frühstück ein.
Nach Beziehen des recht freudlosen Zimmers fallen wir erst einmal in einen koma-ähnlichen Schlaf, bevor wir uns am frühen Nachmittag auf den Weg in die Innenstadt machen. Das funktioniert dank eines guten Nahverkehrsnetzes völlig problemlos. Erste Amtshandlung ist das Aufsuchen einer Reisegesellschaft zwecks Abholung eines für den nächsten Tag vorbestellten Zugtickets nach Melbourne. Auf Grund der völlig unlogischen Hausnumerierierung ist das allerdings eine echte Herausforderung - ein erster ausgedehnter Spaziergang inklusive.

Nächste Anlaufstelle ist der Circular Quay, zentrale Fährenanlegestelle und Stadtmittelpunkt mit Blick auf die traumhafte Kulisse von Sydney Harbour und Oper. Anschließend spazieren wir durch "The Rocks", den ältesten Stadtteil Sydneys und bekommen vor einem deutschen Cafe´ hier down under recht überraschend bayerische Töne zu Gehör und Bauerntrachten zu Gesicht. Per pedes geht es zum Sydney Tower, dem mit 304 m höchsten Gebäude des Kontinents und zweithöchsten der südlichen Hemisphäre. Im drehenden Selbstbedienungsrestaurant mit "All you can eat"-Angebot verbringen wir unseren ersten Abend mit herrlichem Blick über das hell erleuchtete nächtliche Sydney. Der Laden ist zwar sehr touristisch, aber für einen Überblick über Sydney durchaus geeignet.

 

 

30.10.

Nach Frühstück in unserem neuen Stamm-Cafe´"Victoria Terrace" starten wir vom Circular Quai eine Fährfahrt nach Manly, dem Nobel-Vorort Sydneys mit beneidenswert schönen Wohnobjekten, die wir auf einem Rundwanderweg bei schönstem Wetter bewundern können. Am breiten Strand und einem frisch gepressten Fruchtsaft in der Hand kommt beim Beobachten der fröhlichen multinationalen Menschenmenge inklusive einer großen Surfergemeinde dann auch das erste Mal so etwas wie Urlaubsfeeling auf.
Nach der Rückfahrt folgt der erste Spaziergang zur Oper, die Fototaschen samt Inhalt natürlich immer dabei und an diesem Tag schon allein angesichts dieses imposanten Gebäudes besonders oft geöffnet und geschlossen. Spannend sind die Kacheln, die dem Äußeren der Oper ihr "Fischschuppenmuster" verleihen.
Wie zu Hause sind auch hier die Straßen vorweihnachtlich geschmückt, was angesichts der Wetterlage komisch anmutet.

 

Die anschließende Fährfahrt bringt uns nach Darling Harbour und seinen Wolkenkratzern.
Abendessen gibt´s beim Italiener am Kai mit Blick auf die gegenüberliegende Oper. So können wir völlig ungeniert mehrere Hochzeitsgesellschaften (mindestens 10, neben der Braut immer 4 Brautjungfern mit 4 gleichen Kleidern a´ la USA) auf ihrer Suche nach dem perfekten Motiv mit Oper im Hintergrund beobachten und haben dabei viel Spaß.
Um 20:00 beginnt unsere 1,5stündige Hafenrundfahrt, die in der nächtlichen Stimmung mit hell erleuchteter Oper und Harbour-Bridge schon sehr besonders war. Bei der Rückkunft wird die englische Hymne gespielt und weil Samstag ist und jeden Samstag ein Feuerwerk im Hafen stattfindet, kommen wir auch noch in den Genuss desselben.

31.10.

Obwohl wir noch eine Tauchtour am Great Barrier Reef planen, entscheiden wir uns, den letzten Tag in Sydney noch für einen Besuch des "Aquariums"mit riesigen Unterwasserbassins und entsprechend viel Platz für jegliches Meeresgetier (Schildkröten, Mantas, Haie verschiedener Größen, Clownfische, Robben...) zu nutzen. Fußmüde machen wir noch mit dem "Explorer"-Bus eine Rundfahrt, um auch die äußeren Stadtteile Sydneys ein bisschen zu erkunden und kommen dabei u. a. vorbei am
- Madame Maquaries-Chair sowie am
- Bondi Beach.

Hier mischen wir uns unter die Touristenströme . Eigentlich wollen wir uns ja nur kurz für einen Eiskaffee niederlassen, aber die Bedienung unseres auserwählten und zugegebenermaßen ziemlich vollen Cafe´s ist trotz ausreichender Anzahl an Kellnern so hoffnungslos überfordert, dass es über eine Stunde dauert, bis wir schließlich unseren Kaffee erhalten.
Aus Zeitgründen (und offen gesagt auch aus etwas Feigheit wg. Höhenangst) muss die Klettertour über die Harbour-Bridge ausfallen. Unsere Route hier in Australien ist wie eigentlich immer so gestrickt, dass wir in den zur Verfügung stehenden knapp 3 Wochen möglichst Vieles erleben und sehen können, manchmal leider auch auf Kosten der Intensität.

So geht es bereits am Abend mit dem luxuriösen Nachtzug nach Melbourne. Wir haben ein nobles 2er Schlafwagenabteil samt dazugehörigem Nebenabteil mit einklappbarer Toilette, Waschbecken und Duschkabine. Faszinierend, was sich auf einem Viertel-Quadratmeter so alles unterbringen lässt.

 

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