Peru 2007 - Ein Reisebericht (Seite 1 von 8)

Lima

Hey, ich bin in Peru. Vielleicht etwas angesäuselt, denn soeben habe ich meinen ersten Pisco Sour getrunken. Aber der Reihe nach. Da die „Peru active“-Tour von Aventoura leider bereits ausgebucht war, habe ich mich – sehr kurzfristig – für die „inka“-Tour von America Andina entschieden. Die ging aber bereits eine Woche später los – aber ok.

Nun bin ich mit Iberia angereist (schlechtes Entertainment) und der Flug über Madrid war äußerst unspektakulär. Da die Passkontrolle in Lima extrem lang dauerte, hat sich mein Abholdienst (in der Reise eigentlich inklusive) offensichtlich schon verpieselt. So habe ich mein erstes „Peru-Abenteuer“ – ein Taxi. Aber auch dies lief nett und erfolgreich, da ich glücklicherweise den Namen des Hotels wusste.
Dummerweise wussten auch die nicht so richtig was von meiner Ankunft, denn hier liefen die Buchungen über „Lima Travel Pass“. Aber die Gruppengröße (5) war ein wichtiger Indikator, so dass ich sicher war, im richtigen Hotel zu sein.

 

Da es noch früh am Abend war (Ortszeit 20.30) bin ich noch mal in den Stadtteil (Miraflores) hineingewandert. Hier präsentierte sich der Parque Kennedy am Vorabend zum Muttertag sehr bunt und trubelig. (Dunkel, da die Sonne schon um 18.00 Uhr untergeht)

Nach Durchquerung des Kunstmarktes und Zuschauens bei dem öffentlichen Tanz habe ich einmal die „Fressmeile“ durchquert (um dort von ca. 20 Restaurant-Animateuren angesprochen zuwerden. Das war mir zu nervig, daher habe ich mich in eine kleine Pizzeria auf der Av. Porta gesetzt (bedient von Diana), um Abend zu essen. Nach Rückkehr ins Hotel bin ich relativ zügig eingeschlafen.

Am nächsten Morgen habe ich die Gruppe kennengelernt. Im Frühstücksraum des Hotel Porta saßen bereits Klaus und Ebru, ein Pärchen aus Köln. Kurze Zeit später stießen Sandra und Bernhard dazu. Eine nette Truppe.

Um 9 Uhr kam Berta, unsere Führerin. Sie begleitet uns mit Jorge im Kleinbus nach Downtown. Auf dem Weg dorthin kamen wir an dem „Liebespark“ in Miraflores und an Huaca Pucllana – einer Lehmpyramide aus der Lima-Kultur vorbei.

In der Altstadt steuerten wir zuerst den Plaza San Martin an, wo mit dem Hotel „Peru“ ein schönes altes Kolonialgebäude steht.

Weiter geht es zum „Plaza Mayor“. Hier ist zufällig ein Fest zu Ehren von Maria, eine kleine Prozession marschiert über den Platz zur Kathedrale, ein willkommenes Fotomotiv. Begleitet wird die Prozession auch von einer Blaskapelle, die eine recht fröhliche und eingängige Musik spielen. Rund um den Platz befindet sich der „Palacio de Gobierno“, der erzbischöfliche Palast und viele Kolonialhäuser. Selbst der Bischof zeigt sich für die Prozession.

Unsere Runde führt uns zum Kloster des heiligen Franziskus. Dies ist wirklich ein eindrucksvolles Gebäude. Im Vorhof präsentiert gerade eine Folklore-Gruppe aus dem Hochland ihre Tänze begleitet von ein Gruppe Bläsern, die eine merkwürdige eintönige Musik spielen. Die Kostüme sind recht bunt und auffällig – am ungewöhnlichsten sind die Puppen, die Frauen als „Kinder“ auf dem Rücken tragen.
Neben einem schönen Kreuzgang finden sich hier auch eine hochinteressante Holzkuppel im maurischen Stil, verschiedene Chorgestühle, ein buntes Abendmahlsbild, aber auch die Katakomben, Limas erster Friedhof mit Knochen von über 70.000 Toten. (Auf die Frage, warum die Knochen alle sortiert sind, antwortet Berta mit: „Die hatten damals viel Zeit…“) Auch die Bibliothek mit einem zweigeschossigen Saal ist sehenswert.
Der Weg führt uns wieder zu unserem Kleinbus. Wir fahren in einen weiter entfernten der 42 Stadtteile Limas. Hier ist das Goldmuseum zu finden. Es ist ein recht eindrucksvolle Privat-Sammlung von Goldhandwerken aus der Vor-Inka-Zeit (und einiges mehr). Wenn auch nicht alles hübsch ist, so ist es doch zumindest beeindruckend, welche Fingerfertigkeit die Künstler bereits im 14. und 15. Jahrhundert an den Tag legten. Von Trinkbechern, Knöpfen, Kronen, Nasenringen, Pinzetten bis hin zu Waffen und Mumien ist hier fast alles zu finden.

Nach dem Goldmuseum haben wir alle Hunger. Wir begeben uns wieder nach Miraflores, wo wir von Berta Abschied nehmen. Wir gehen in die „Fressgass“ und – nach einiger Diskussion um das richtige Lokal – gibt es für mich Arroz con Pollo – Reis mit Huhn.
Das Peruanische Originalgericht überzeugt mich nur teilweise.

Nach dem Restaurant schlendern wir an die Küste. Lima schwebt ca. 100m über dem Wasser. Hier haben sie eine „Mall“ an den Felsen gebaut. Ein Lokal bietet eine Terrasse mit Blick auf das Meer und auf den Sonnenuntergang. Obwohl es recht frisch ist (ich bin der einzige ohne Pulli) genießen wir hier einen Kaffee und einen Pisco Sour (der mir gut in die Birne steigt).
Nach einer Schleife über den Park der Liebenden erreichen wir schon um halb acht wieder das Hotel.

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